Die Präsidentin der SGG, Delphine Roulet Schwab, spricht im Westschweizer Fernsehen zum Thema "Misshandlung im Altersheim"

"Altersheim-Bewohner sind keine Nummern oder Blumentöpfe"

6.02.2019

Ein Missbrauchsfall erschüttert ein waadtländische Altersheim. Eine neunzigjährige Frau wäre fast gestorben, nachdem sie von einer Pflegekraft verbrüht worden war. Dieses Drama lüftet den Schleier über das Tabu des Missbrauchs in Altersheimen.

Link zur Sendung vom 5. Februar 2019 auf RTS1 (auf Französisch)

... Autor dieser Studie ist die Psychologin Delphine Roulet Schwab, Professorin am Institut et Haute Ecole de la Santé La Source in Lausanne. Sie erklärt, dass Missbrauch mit mehreren Faktoren verbunden ist. "Er hängt ab von Einzelpersonen, die manchmal in Situationen geraten, in denen sie unter Druck stehen, was zwar verständlich, aber nicht entschuldbar ist. Von Institutionen, ihrer Arbeitsorganisation, vom Personal, von der Ausbildung, von den Budgeteinschränkungen, die auch diese Institutionen betreffen können. Und dann zur Gesellschaft im Allgemeinen. Wie sehen wir die älteren Menschen? Wie wird die Arbeit mit älteren Menschen bewertet? All diese Faktoren sammeln sich in bestimmten Situationen an und können zur Misshandlung führen." ...

Um das Risiko von Missbrauch zu begrenzen, gibt es keine Wunderlösung, sagt die Psychologin Delphine Roulet Schwab. Aber es gilt, sich zum Ziel zu setzen, den Menschen wieder in den Mittelpunkt zu stellen. "Wir müssen uns daran erinnern, dass du vor uns einen Menschen mit seiner ganzen Geschichte, seiner Erfahrung haben, der viel erlebt hat. Er ist keine Nummer oder ein Blumentopf, um den wir uns kümmern müssen."